Am 26.11.2010 feierte die Kunsthalle Mannheim in doppeltem Sinne Premiere. Sie eröffnet nämlich mit "Premiere" eine neue Ausstellungserie, in der "lebendige Strömungen und Entwicklungen der Gegenwartskunst. Einmal jährlich stehen Kunstwerke, die gerade noch konzipiert und produziert wurden, in der Kunsthalle erstmals der Öffentlichkeit zur Diskussion." Gleichzeitig wird damit dem spanischen Künstler Enrique Marty erstmals eine Museumsshow in Deutschland geboten. Der vielseitige Künstler wird unter anderen von Deweer gallery im belgischen Otegem vertreten.
"Mit seinen grenzüberschreitenden multimedialen Inszenierungen blickt Enrique Marty, einer der Shooting Stars der spanischen Kunstszene, in die Abgründe menschlicher Existenzen." (Kunsthalle Mannheim)
Profil
Enrique Marty bedient sich der Malerei und der Bildhauerei, des Fotografierens und des Filmens zur Kreation eigenartiger Szenarien mit kraftvollem Ausdruck, welche die Idealvorstellungen von Familienleben und Freundschaft provozieren. Er fordert Freunde und Familie auf, sich an seinem künstlerischen Wirken zu beteiligen, indem sie die ihnen vorgegebenen Rollen spielen. Oft sind die dabei entstandenen Polaroids die Quelle für seine Gemälde, welche er sehr zügig ausführt, so als wollte er den Moment des Fotografierens imitieren. Die lebendige Malerei und der direkte Blickwinkel aus der Position der Kameralinse beziehen den Betrachter unmittelbar mit ein. Enrique Marty's Skulpturen sind Bildnisse seiner selbst sowie seiner Eltern und weiterer Familienmitglieder. Ihre real wirkende Materialität lässt im Gegensatz zur kleinen Dimension, physikalischen Deformierung und teilweise abstoßenden Entstellung die Grenzen zwischen Normalität und Abnormalität verschwimmen. Die unklare Trennung von Realität und Fiktion bezeichnet ebenso seinen Videoclip, in dem seine Eltern im vertrauten Heim mit einer Pistole hantieren. Enrique Martys bevorzugte Themen wie Tod, Religion, Liebe und Sex kreisen immer wieder um die verborgenen Wünsche und intimen Bereiche der menschlichen Existenz innerhalb eines routinierten und standardisierten Alltags bis hin zur Grenzüberschreitung des "guten Geschmacks" durch die Darstellung von Elend. (Quelle: K4 Galerie, München)






