Worte hatten für den Pop-Künstler schon immer eine besondere Bedeutung. Das fängt bei seinem Namen an: Ed Ruscha (gesprochen: Ru-shay, wie er mit der Einladungskarte zu einer Einzelausstellung 1973 in London klarstellt) hat in einem seiner frühesten Gemälde die Buchstaben seines Namens zu bildfüllenden Zeichen arrangiert, die als Vordergrund in einer Landschaft stehen; dieses "E. Ruscha" betitelte Bild entstand 1959 noch während seines Studiums.
Hinter dem beherrschenden Wort wird Landschaft nur noch angedeutet: durch eine Horizontlinie oder unterschiedliche Farbfelder. Ruscha wählt statt einzelner Worte Wortmarken, die Charakter und Funktion eines Logos haben. Sie stürzen wie Großwerbeflächen am Highway als steile Diagonalen vorbei, gesehen aus der Untersicht des Autofahrers, oder stehen wie der Schriftzug "Hollywood" am Horizont, selbst Teil der Landschaft geworden. Mit solchen Mitteln überträgt Ruscha die Technik des Zoomens und der Simulation von Geschwindigkeit, wie sie im Film und Comic zum Einsatz kommt, auf die Malerei. Seine Billboard artigen Gemälde, auf denen sich Worte und Sätze zu typografisch eingängigen Slogans verdichten, greifen in ihrer Ästhetik und ihren Inhalten die Populärkultur der amerikanischen Westküste auf, als deren wichtigster Vertreter er seit langem gilt.
Repräsentative Arbeiten Ruschas sind deshalb kaum unter einer halben Million Euro zu haben, etwa sieben Millionen Euro waren es in der Spitze. In den ersten Auktionen diesen Jahres wurden die Schätzwerte mindestens erreicht, zum Teil sogar deutlich übertroffen. Sein Werk wird von vielen namhaften Galerien wie Gagosian, New York oder Sprüth Magers, Berlin/London vertreten.







