Für ein paar 1000 Euro konnte man zwar zuletzt auch kleine Ölbilder ersteigern, diese Zeiten dürften aber im "Krystufek-Jahr 2009" (Nicola von Senger) vorbei sein. Denn davon kann man in der Tat sprechen, weil die österreichische Künstlerin nicht nur ihr Land auf der 53. Biennale Venedig vertritt, sondern darüber hinaus gleich mit mehrere Soloshows in renommierten Galerien und in der Kestner Gesellschaft Hannover gefeiert wird. Nachdem es zuletzt etwas ruhiger um sie geworden war, macht Krystufek 2009 damit einen großen Sprung in der Aufmerksamkeitsskala.
In den vergangenen Jahren avancierte Krystufek mit ihren Performances, Fotografien, Videos, Installationen, Collagen und ihrer Malerei zu einer international anerkannten, viel diskutierten Künstlerin, die Österreich 2009 auf der Biennale in Venedig (gemeinsam mit Dorit Margreiter und Lois & Franziska Weinberger) vertreten wird. Ihre erste große Personalaustellung fand 1997 unter dem Titel "I am your mirror" in der Wiener Secession statt. Darauf folgten "Nackt & Mobil" in der Sammlung Essl in Klosterneuburg und im Museum für Aktuelle Kunst in Den Haag, sowie eine weitere große Einzelausstellung 2006/07 im Wiener MAK.
Im Herbst 2009 gestaltet sie eine große Einzelausstellung in der Kestner Gesellschaft in Hannover. Krystufek ist bisher vor allem dafür bekannt, den eigenen Körper konsequent zum Material und Inhalt, zum Mittelpunkt ihrer Arbeit, zu machen. Immer wieder untersucht sie in verschiedensten Darstellungsformen die Phänomene Macht, Schönheit, Diskriminierung, Gewalt und Sex meist am eigenen Lebens- und Arbeitszusammenhang. Krystufek bildet sich in unzähligen Versionen selbst ab, auch in Form von Stellvertretern. Und immer spielt das voyeuristische Verlangen des Betrachters eine wesentliche Rolle. Manchmal mit Humor, manchmal mit Listigkeit, spielt Krystufek mit dem Betrachter und mit der Dynamik des Betrachtens. (Galerie Mayer Kaimer, Wien)






