"Don’t try to be original; just try to be good" – Dieser Spruch des großen Werbegrafikers Paul Rand versucht der amerikanische Künstler Matthew Brannon (*1971, lebt in New York City) kontinuierlich zu widerlegen. Seine visuelle Sprache bedient sich zwar der Werbeästhetik und ihrer verlockenden Slogans, aber nur, um ihnen eine tiefere und teilweise auch abgründige Bedeutungsebene zur Seite zu stellen. Seine Siebdruck-, Film-, Sound- und Textarbeiten entwerfen – oberflächlich betrachtet – eine charmant illustrierte und dekorative Bilderwelt. Doch der Schein trügt: Sie sind nicht dekorativ um ihrer Selbstwillen. Vielmehr ist diese Über-Ästhetisierung notwendig, um den Bruch umso deutlicher zu begehen. Die glatten und schönen Oberflächen kontrastiert Brannon mit einer derben und antiautoritären Umgangssprache, die Themen wie Alkoholismus, die Auswüchse der Konsumgesellschaft oder die Strukturen und Mechanismen des Kunstbetriebs aufgreift. Das Gleichgewicht zwischen Form und Inhalt bzw. Bild und Sprache gerät ins Wanken und löst bei den BetrachterInnen Unbehagen und Irritationen hervor. Mit seiner Jahresgabe für den Kunstverein Hamburg ist er den verlockenden Versprechungen der Werbeindustrie wieder sehr nah: "Putting Words In Your Mouth" (Jemandem die Worte in den Mund legen) entspricht der erfolgreichen Unternehmenskommunikation, die uns ihre Versprechungen als ureigene Wünsche und Bedürfnisse verkauft. Bitte beachten Sie: Aktuelle Jahresgaben sind den Mitgliedern des Kunstvereins Hamburg vorbehalten. Um allen Interessenten gleiche Bedingungen gewähren zu können, werden alle bis Sonntag, den 4. Dezember 2011 eingehenden Bestellungen gleichrangig berücksichtigt. Gehen bis zum Ablauf dieser Frist für eine Jahresgabe mehr Bestellungen ein als Exemplare vorhanden sind, wird diese im Anschluss unter den eingegangenen Bestellungen verlost. Sollten Sie noch kein Mitglied sein, ist ein Eintritt in den Kunstverein für eine Bestellung erforderlich.
( Kunstverein Hamburg)
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