Profil:
Die Sowjetunion gibt es zwar nicht mehr, aber dennoch vermag sie auch heute noch zu faszinieren: Der russische Künstler Erik Bulatov, der 1933 in Swerdlowsk (Russland) geboren wurde und heute in Moskau lebt und arbeitet, setzt sich in seinen Bildern intensiv mit der Formensprache der Propaganda des russischen Sozialismus auseinander. Er übernimmt plakative Elemente, wie zum Beispiel die kräftige (Signal-) Farbigkeit und fügt Worte in meist kyrillischer Schrift in seine Arbeiten ein. Oft werden diese vor den Bildraum geschoben und trennen diesen noch deutlicher von der Welt des Betrachters. Eine ferne und vergangene Welt - unerreichbar aber doch so deutlich. Auch Symbole oder Gesichter von wichtigen Politikern oder Funktionären des Sozialismus stellen einen Assoziationsraum her. Die heroische Idylle der Bilder wird aber gleichzeitig so dargestellt, dass letztlich Regierung und Politik als Kontrollapparat sichtbar werden. Die Distanz der Bilder, die reflektierte Ebene der Schrift und die vor die Bildfläche geschobenen Raster verleihen ihnen aber doch einen fast schon dokumentarischen Ernst. Manchmal wird dieser aber auch mit einem Touch von Nostalgie vermischt. Nicht weil es schön war, sondern weil es vorbei ist. (Artlogistics)






