Anläßlich der Art Basel 2017 wird die junge Münchener Künstlerin Flaka Haliti (geb. 1982) eine Installation im Basler Rathaus zeigen. Die Arbeit "Concerned by the ghost without being bothered" ist Teil der weltweit führenden Kunstmesse im Rahmen des Sonderprogramms "Parcours" und besteht aus einer Gruppe von im Rathaus verteilten Werbebannern. Sie erinnert ein wenig an die Grafikserie "I Miss You, I Miss You, ‘Till I Don‘t Miss You Anymore", die das Museum Moderner Kunst Stiftung Lugwig in Wien 2914 herausgebracht hat. Die Serie aus drei Offset-Drucken (siehe Abbildung unten) im Format von je 59,4 x 42 cm wird im immer noch für 200 Euro angeboten. Flaka Haliti hat in den letzten Jahren eine steile Karriere im Kunstbetrieb hingelegt und war u.a. in der Favoriten-Ausstellug 2016 im Lenbachhaus beteiligt. Ihre Arbeit wird vertreten von der Galerie Deborah Schamoni, München.
Profil:
Haliti macht jene gesellschaftlichen und kunstbetrieblichen Strukturen zum Thema, innerhalb deren sie ihre Arbeiten produziert und präsentiert. Die Sensibilität für die Eigenheiten ihres Umfeldes leitet sich nicht zuletzt aus ihrer Existenz als kultureller Grenzgängerin ab. Aufgewachsen und ausgebildet im Kosovo, hat die Künstlerin sehr bald durch Auslandsaufenthalte die aktuellen künstlerischen Diskurse eigenständig verarbeitet und Fragen kultureller und künstlerischer Identität zur Grundlage ihres Werks gemacht. Ausschlaggebend dafür sind auch die Erfahrungen Flaka Halitis mit weiblichen Rollenbildern im Kosovo. In einer ihrer Arbeiten, die sich auf die Opfer und Vermissten des Balkankrieges bezieht, fragt sie, inwiefern es überhaupt legitim ist, deren Schicksal künstlerisch zu verwerten. Ihre Erfahrungen setzt sie auch in einer Interviewserie mit ImmigrantInnen in Frankfurt am Main ein, die aus aller Welt in die deutsche Finanzmetropole kommen und dort dennoch gezwungen sind, in den eigenen Communitys zu verharren. (Museum Moderner Kunst Stiftung Lugwig Wien)
Flaka Haliti (geb. 1982, Prishtina) lebt in München. Haliti studierte an der Universität Prishtina und der Städelschule Frankfurt und arbeitet derzeit an ihrem Doktorat an der Akademie der Bildenden Künste, Wien. Ihre künstlerische Praxis basiert auf konzeptionellen Ideen und bezieht sich in ihren kritischen Medien- und Gesellschaftsanalysen auf ihre deutlich europäische Perspektive. Im Jahr 2015 vertrat sie das Kosovo auf der 56. Biennale in Venedig, kuratiert von Nicolaus Schafhausen. (Galerie Deborah Schamoni)